
POSITIONSPAPIER
des
BÜRGERVEREIN JORK e.V.
Stand Februar 2011
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Politik wird häufig beeinflusst durch viele kurzfristig anstehende Entscheidungen und Handlungen im so genannten „Alltagsgeschäft“. Um jedoch langfristig die Gemeinde zu prägen, bedarf es der Definition von Zielen und Entwicklung von Visionen. Die Entfaltung einer Gemeinde wird in wesentlichem durch zwei unterschiedliche Prinzipien geformt:
Eine zielgerichtete Entwicklung mit klaren Visionen und Leitbildern hat den Vorteil, Erwartungen hinsichtlich der Zukunft aktiv im Planungsprozess berücksichtigen zu können, anstatt nur reaktiv auf die kommenden Probleme reagieren zu müssen.
Es ist die Zeit, Visionen und Ideale unserer Gemeinde offen mit allen Beteiligten zu diskutieren.
Unsere Visionen sind ein Höchstmaß an Bürgernähe und Zufriedenheit für die in Jork lebenden Bürger.
Unsere Zusammenarbeit zwischen der Verwaltung und dem Rat richtet sich nicht nach Parteien, Rangordnungen oder Positionen, sondern ist darauf ausgerichtet, zukunftsweisende Ziele mit allen Mitwirkenden zu erreichen. Unser Ziel ist eine lebenswerte Gemeinde Jork für Jung und Alt und eine Verwaltung als bürgernaher Dienstleister im Rathaus.
Die Familie steht im Mittelpunkt unseres täglichen Handelns. Zum Kindertagesstätten-Platzbedarf hat der vom BÜRGERVEREIN initiierte „Runde Tisch“ Neubaumaßnahmen beraten. Hier erwarten wir laufend von der Verwaltung konkrete, gesicherte Entwicklungszahlen und –Perspektiven als solide Grundlage für weitere Planungen, die rasch umgesetzt werden müssen. Dafür setzen wir uns ein.
Jugend: Jegliche Jugendarbeit (Kirchengemeinden, Feuerwehr, Sport- und sonstige Vereine, Organisationen und Initiativen) wird von uns auch weiter unterstützt.
Senioren sollen sich in Jork wohlfühlen! Ob im Straßenverkehr oder in der Freizeitgestaltung, ob im Wohnungsbau oder bei der Hilfe von Formalitäten: ihnen gilt unsere besondere Unterstützung. Der vom BÜRGERVEREIN ins Leben gerufene Seniorenbeirat hat unsere volle Aufmerksamkeit.
Bildung: Erhaltung und Ausbau der Bildungs- und Entwicklungsangebote für Jugendliche
Schule: Kontinuierliche Verbesserung des schulischen Angebotes. Oberschule mit gymnasialem Zweig ab 2011. Ziel des BÜRGERVEREIN ist auch weiterhin ein Gymnasium mit Oberstufe ab 2018, Kooperation Gemeinde-Schule-Wirtschaft. Den Schülerinnen und Schülern die Betriebspraxis näher zu bringen, Patenschaften mit Betrieben, für Schülerinnen und Schüler Ende der 9. Klasse
Fortbestand des Obstbaus sichern und Aufnahme in die Liste der UNESCO als Weltkulturerbe ermöglichen. Zur Sicherung der Deichsicherheit und des Obstbaus keine Elbvertiefung – auch nicht nach der Wahl!
Sicherung der bestehenden Handwerk- und Gewerbebetriebe (zum Beispiel durch entsprechende Anwendung des Planungsrechtes) und Ansiedlung von weiteren regional bedeutsamen neuen Betrieben vorzugsweise für den Obstbau und Obsthandel.
Abgestimmte Gewerbeansiedlung auf unkritischen Flächen: ja; Industrieansiedlung: nein. Dadurch Schaffung und Erhalt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen.
Verstärkung der interkommunalen Zusammenarbeit. Aber: eine Einheitsgemeinde Altes Land ist für uns kein Thema!
Aufbau, Ausbau und Erhalt eines Wochenmarktes in Jork; Ziel: Belebung des Altländer Marktes und des Einzelhandels in Jork.
Arbeitsplätze: Wir begrüßen die Schaffung von zukunftsweisenden Arbeitsplätzen in der Region, wie z. B. bei der EADS und deren Zulieferer. Dabei ist es jedoch unerlässlich, dass die Entwicklungen, anders als bisher, auf der Basis eines schlüssigen, unter allen Beteiligten abgestimmten Gesamtkonzeptes erfolgen, innerhalb dessen die Bedeutung, die Erhaltung und die Interessen des Alten Landes (Obstbau, Naherholung, Kultur) volle Berücksichtigung finden!
Eine örtliche Verkehrsplanung ist im Wesentlichen direkt abhängig von den überörtlichen Verkehrsstrukturen. Daraus ergibt sich Handlungsbedarf. Zur Umleitung des durch die A 26 auf das Jorker Zentrum zukommenden „Diagonalverkehrs” ist in Osterjork eine Ostumgehung (Ostfeld) in Vorbereitung. Die Realisierung der genannten Maßnahme würde einige überfällige oder wünschenswerte innerörtliche Lösungen ermöglichen:
Fuß- und Radweg zwischen Jork und Königreich
Verkehrsberuhigung „Am Fleeth”
Umgestaltung des Jorker Ortszentrums
Schaffung einer km-40-Strecke auf der L 140 (etwa zwischen Museum „Altes Land” und Altenpflegeheim)
Unser Hauptziel bleibt die weitere Konsolidierung der Finanzen. Leider liegt die weitere Senkung der Schuldenlast nicht allein in Gemeindehand. Insbesondere Kreis und Land greifen besonders den solide wirtschaftenden Kommunen verstärkt „in die Taschen”. Es bleibt bei unserer Leitaussage, dass vor jeder Investition neben den Auswirkungen auf die aktuelle Gesamtsituation der Gemeinde stets auch die wirtschaftlichen Folgen zu berücksichtigen sind. Wir werden weiterhin mit Augenmaß in Infrastruktur investieren.
Den vielen auf uns wirkenden Außeneinflüssen mit ihren teils gravierenden Auswirkungen auf unsere Gemeinde ist nur schwer zu begegnen. Die Metropole greift nach uns (Siedlungsdruck). Für die dringend und nachhaltig benötigten Arbeitsplätze, die sie (auch) vielen unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger bietet, fordert sie einen immer höheren Preis – leider nicht immer mit fairen Mitteln. Die Frage, was wir politisch tun können und müssen, um die Qualität des Lebens hinter den Altländer Deichen nachhaltig sichern zu helfen, wird immer abhängig bleiben von den Plänen, die andere mit uns haben. Unsere Möglichkeiten sind gut, aber begrenzt:
Wir werden den Flächennutzungsplan (FNP) intensiv dazu nutzen, unseren Vorstellungen von einer behutsamen, nachhaltigen, ihrem Wesen nach bewahrenden Planung unserer Gemeinde einen Rahmen zu geben, der möglichst langfristig Fehlentwicklungen verhindern helfen soll und gleichzeitig Maßnahmen zur Sicherung der von uns gewünschten Entwicklung ermöglicht.
Der FNP muss die verbindliche Grundlage eines langfristigen planerischen Handelns auch für die künftigen Gemeinderäte bleiben. Es wird verstärkt darauf ankommen, innerhalb des FNP das gesamte Spektrum planungsrechtlicher Maßnahmen (z. B. Sicherung von Landschaftsfenstern, Abrundungssatzungen) insgesamt noch besser als bisher rechtzeitig auszuschöpfen.
Wir pflegen das direkte Gespräch mit Bürgern. Jeder soll offen und ehrlich seine Meinung äußern. Wir benötigen konstruktives, verhaltens- und situationsbezogenes Feedback.
Die Zufriedenheit unserer Zielgruppe (Bürger unserer Gemeinde) ist für uns von großer Bedeutung. Deshalb müssen wir unser Handeln konsequent auf die Bedürfnisse unserer Bürger ausrichten.
Dieses Papier beschreibt unsere ehrlichen Positionen zu verschiedenen Themen, denen wir uns zu stellen haben. Nicht mehr und nicht weniger. Wir werden nach Kräften versuchen, diese Positionen durchzusetzen und die so definierten Ziele zu erreichen. Das wird uns nicht immer gelingen. Sei es, weil wir die erforderlichen Mehrheiten nicht finden, sei es, weil uns unvorhergesehene Entwicklungen zu Korrekturen zwingen.