back-news-frei.gif

Klimakatastrophe bald auch in den Estegemeinden?

Leserbrief von Jens Dammann (Estebrügge) zum geplanten Hochwasserschutz in Buxtehude:

Unterhalb Buxtehude die Sintflut
oder
die Klimakatastrophe lässt bald auch an der Este grüßen!


Alte Fehler werden durch neue ergänzt:

  • Um ca. 1930 wurden die vielen Flußbögen im Oberlauf der Este begradigt. Diese „Bausünde“ führte zu einer immer höheren Fließgeschwindigkeit in der Este. Folge: Neben dem Wasser wird immer mehr Sand nach Buxtehude getragen. Der Querschnitt der Este u. Viver wird ständig verringert. Das hat zur Folge, dass bei tagelangem Starkregen die Wassermengen von der Geest nicht mehr durch Buxtehude gebracht werden können.
    Folge: Teile von Buxtehude würden überflutet.

  • Nun sollen alte Planungsfehler (aus Kostengründen) durch neue ergänzt werden! Die geplanten Spundwände und Minideiche führen dazu, dass das Wasser noch ungebremster und schneller durch Buxtehude fließen kann. Eine nutzbare „Vorwarnzeit“ gibt es dann fast nicht mehr.

Folge:
Wenn bei Nordweststurm und Hochwasser in der Elbe das Sperrwerk in Cranz für mehrere Tiden geschlossen werden muss, reicht der Stauraum hinter den Deichen zwischen Buxtehude und Cranz nicht mehr aus. In Estebrügge wird dann ggf. das Wasser wieder durch die Häuser auf die Straße laufen. Schon heute stehen bei „normalem“ Hochwasser die rückwärtigen Gärten tw. unter Wasser. Das Anheben der vielen Häuser auf die neue „Plan-Bestickhöhe“ (Deichverband) ist wohl hier kaum möglich.

Hinzu kommt, dass der Deichverband zulässt, dass im Aussendeich (Stauraum der Este) immer neue Gebäude entstehen (z.B.: Großbaustelle in Buxtehude/Estebrügger Str.; Klein Hove etc.) . Hierdurch wird permanent Speicherraum für die o.g. Wetterkombinationen reduziert. In dieser Situation würde der Pegel auf das Niveau der Wohnhäuser auf dem Estedeich steigen und das Wasser flösse dann durch die Häuser in die niederen Gebiete der Esteorte.

Ein Deichverband der die originäre Aufgabe hat, die Bürger hinter den Deichen vor Hochwasser zu schützen, handelt m. E. grob fahrlässig und sollte durch andere Führungspersönlichkeiten ersetzt werden. Aber wie immer in der Politik, spielen hier offensichtlich „höherrangige“ Interessen eine Rolle.

Über das Renaturierungskonzept (v. Dipl. Ing. Sascha Ringe) im Oberlauf der Este sollte viel intensiver nachgedacht werden. Es würde sowohl die Fließgeschwindigkeit reduzieren (und damit das Sandproblem) als auch die natürliche Speicherung der Wassermengen bei Starkregen regulieren.

Zu diesem Thema müssen nun auch die Politik in Jork und die betroffenen Bürger an der Este aktiv werden. Die Buxtehuder Planungsuhr tickt (Planfeststellung)!

Das Desaster ist nur eine Frage der Zeit!

Klagen gegen die angedachte Realisierungsvariante sind zu erwarten!

Leserbrief im HAMBURGER ABENDBLATT

 

Mehr Informationen und Dokumentation zum Konzept RENATURIERUNG DER ESTE siehe AKTELLES.


Quelle: Abendblatt + Leserbrief
Weitere News